12 Juni 2011 - 19:30

Der iranische Präsident hat dem türkischen Volk und der Regierung zum Sieg der AKP bei den jüngsten Parlamentswahlen gratuliert.

Laut IRNA unter Berufung auf den iranischen Botschafter in der Türkei, Bahman Hosseinpur, gratulierte Mahmud Ahmadinedschad in seiner Botschaft an Ministerpräsident Recep Tayyib Erdogan zur erfolgreichen Abhaltung der Wahlen sowie zum Sieg der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) zum dritten Mal in Folge.
Der iranische Außenminister gratulierte gestern Abend seinem türkischen Amtskollegen ebenfalls zu dem Wahlsieg.
Ali Akbar Salehi brachte in einem Telefongespräch mit Davutoglu die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Sieg der türkischen Regierung den Ausbau der guten iranisch-türkischen Beziehungen fördern werde.
Davutoglu bedankte sich für die Wünsche und sagte, angesichts der hohen Kapazitäten sind klare Aussichten für den Ausbau der türkisch-iranischen Beziehungen vorhanden.
99 % der ausgezählten Stimmen deuten auf einen klaren Wahlsieg der regierenden Partei (AKP) hin.
Press TV zufolge kann die Partei Erdogans mit einem neuen Rekordergebnis von 51,9 Prozent der Stimmen rechnen.
Diesen ersten Ergebnissen zufolge konnte die AKP ihr Ergebnis im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren noch einmal deutlich steigern: 2007 hatte die seit 2002 regierende AKP 46,6 Prozent der Stimmen erhalten. Seit Einführung des Mehrparteiensystems in der Türkei 1946 haben Parteien erst dreimal die Marke von 50 Prozent der Stimmen übertroffen.
Nach der AKP kommen die größte Oppositionspartei, die säkularistische CHP, auf 24 Prozent der Stimmen und die rechtsgerichtete MHP auf 13,4 Prozent. Nach den Prognosen werden etwa 28 Abgeordnete der Kurdenpartei BDP im neuen Parlament sitzen. Die AKP wird demnach eine absolute Mehrheit von 330 Sitzen im 550 Sitze zählenden Parlament haben.
Erdogan hatte die Zweidrittelmehrheit angepeilt, um in der neuen Legislaturperiode mit seiner Partei quasi im Alleingang eine neue Verfassung ausarbeiten und verabschieden zu können. Mit 330 oder mehr Sitzen könnte die AKP zumindest einen Verfassungstext vom Parlament beschließen lassen, der dann aber in einem Referendum gebilligt werden müsste.
Es war am Abend noch unklar, ob die Erdogan-Partei die Zahl von 330 Mandaten halten kann. Sollte sie diese Marke unterschreiten, so müsste sie sich mit den übrigen Parteien über den Verfassungstext einigen.